Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Rhytmisierung des Schulunterrichts’ Category

In Berlin werden Kinder schon mit fünf eingeschult. Für viele ist das zu früh. Und für manche der Beginn eines familiären Dramas.

zeit.de, 13.08.2012

Auf dem Klassenfoto vom Einschulungstag ist Mia noch drauf. Sie steht am Rand, mit Tränen in den Augen. Als die Lehrerin die Kinder in Zweierreihen zur ersten Unterrichtsstunde in ihr neues Klassenzimmer führte, weigerte sich Mia mitzugehen. Das Mädchen schrie wie am Spieß. Stefanie Schmidt, Mias Mutter, trug, zerrte, schob sie hinter den anderen Kindern her. Stefanie Schmidt erinnert sich an eine Mischung aus Mitleid, Hilflosigkeit, Wut auf die Tochter, die sie empfand, weil Mia sich so massiv wehrte.
Als sie vor der Klassentür ankamen, forderte die Lehrerin Mia auf hereinzukommen. „Wir wollen anfangen.“ Die Mutter bat darum, die Tochter begleiten zu dürfen. Die Lehrerin erwiderte: „Das Kind muss das alleine schaffen.“ Doch das Kind war so außer sich, dass es nichts mehr mitbekam. Stefanie Schmidt sagt, dass die Lehrerin einfach die Klassentür vor ihnen zugemacht habe.  >>WEITER<<

Read Full Post »

Warum müssen Fünftklässler sonntags büffeln statt Freunde zu treffen? Weshalb dieser Unsinn? Henning Sußebach versucht, es seiner Tochter in einem Brief zu erklären.

zeit online, 26.05.2011

Liebe Marie, erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.

Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.

Bitte mach mir diesen Mist nicht nach, wenn Du erwachsen bist, Marie!…>> weiter 

Read Full Post »

Unterricht, der krank macht

sueddeutsche.de, 10.05.2010

Wenn Stress für Kinder zum Alltag wird: Ganztagsschulen sollen Schüler und Elterrn entlasten – doch häufig erhöhen sie nur den Druck.

Viele Hoffnungen ruhen auf Ganztagsschulen: Sie sollen Jugendliche intensiver fördern, mehr Zeit zum Lernen und zum Erholen bieten und den Eltern helfen, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Wie gut ihnen das gelingt, ist bisher nur in Ansätzen systematisch erforscht. Auf einer Tagung des Bundesbildungsministeriums und des Deutschen Jugendinstituts Ende vergangener Woche in München zeigte die junge Wissenschaftlerin Regina Soremski, dass das Verhältnis von Freizeit und Ganztagsschule für einige Jugendliche durchaus spannungsgeladen ist. …

Salischs Team fand jedoch auch Unterschiede zwischen den Vergleichsgruppen: So zeigten sich positive soziale Effekte speziell bei Ganztagsschülern. Diese hatten bessere Werte, wenn es um soziales Lernen und die Hilfe durch Mitschüler geht. Befragt wurden Haupt- und Realschüler der siebten Klasse zu Beginn und zum Ende des Schuljahres (in Brandenburg wechseln die Kinder in der Regel erst nach der sechsten Klasse auf eine weiterführende Schule). Nicht auszuschließen ist, dass die Eltern und Kinder, die sich in Deutschland für eine Ganztagsschule entscheiden, noch immer eine Gruppe mit besonderen Merkmalen bilden. Da bundesweit immer mehr Ganztagsschulen entstehen, könnte sich das aber in den kommenden Jahren ändern.

vf6.jpgWeiter

Read Full Post »

Die Lehrerarbeitszeit wird heftig diskutiert. Doch wie viel leisten die Schüler?

Kurier.at, 17.03.2009

Von einer 40-Stunden-Woche kann Nico Rathauscher nur träumen. Der 17-Jährige ist Schüler an der Wiener HTL Rennweg, wo er den Schwerpunkt Mechatronik belegt.
Nicos Wecker läutet jeden Morgen um 6 Uhr. Nach dem Frühstück macht er sich auf den Weg. „70 Minuten brauche ich, bis ich von Stockerau in der Schule bin. Immerhin kann ich in derS-Bahn lernen. In der U-Bahn ist das unmöglich. Da ist es zu eng und zu laut.“

Jetzt in der 4. Klasse hat Nico sehr viel zu tun: „Die Lehrer verlangen zurzeit sehr viel. Manchmal glauben sie, ihr Fach sei das einzige.“ 38 Stunden muss Nico laut Stundenplan jede Woche in der Schule sitzen. „Wenn man die Freistunden dazuzählt, komme ich auf 43 Stunden in der Schule.“

–> WEITER

Read Full Post »

„Vollzeitjobber“ – Wie Kinder die Ganztagsschule erleben

SZON-Das Internetportal der schwäbischen Zeitung, 04.11.2008

Die Ganztagsbetreuung gehört heute zum Pflichtangebot in Schulzentrum wie Grundschule. Für die Kinder ein „Vollzeitjob“, der mehr als acht Stunden dauert. Mehr Pflicht als Kür oder profitiert der Nachwuchs von der Rundumbetreuung? Ein Tag im Leben zweier Aulendorfer Ganztagsschüler.

6 Uhr. Nein, der Wecker klingelt nicht.

[…]

Und wie fanden sie den langen Schultag? „Cool!“

19 Uhr. Die Lichter werden gelöscht, Melina und ihr Bruder schließen die Augen. Morgen erwartet die beiden wieder – ein ganzer Tag.

–> WEITER

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: